Mastodon Beim Klang der Japansäge | Axel Dürkop

Beim Klang der Japansäge

Foto: Axel Dürkop

Für diesen Sommer hatte ich mir vorgenommen, den Kindern ein Haus zu bauen. Damit ich’s auch wirklich mache, hatte ich’s ihnen vor dem Urlaub versprochen. Sie hatten sehr genaue Vorstellungen, wie es auszusehen hat, nachdem wir uns im Baumarkt umgesehen hatten. Dort gab es ein Modell für € 550,-, das aber nicht dorthin geliefert werden konnte, wo wir wohnen, und außerdem ziemlich klapprig aussah. Das, genau das sollte es aber sein, vor allem wegen des Hochbetts und der Leiter daran.

Im Baumarkt hatte ich überschlagen, was das Material kosten würden, und stellte fest, dass ich wahrscheinlich unter dem Verkaufspreis landen würde. Also habe ich die letzte Woche des Urlaub jeden Tag damit verbracht, das Haus von Grund auf selbst zu bauen und auch anschließend noch einige Abende und Samstage, um es fertigzustellen. Dabei habe ich mir viele Anregungen aus dem Netz, von Kollegen und Freunden geholt und teile folglich das Ergebnis auch mit euch.

Ein Plan

Um das Material und die Maße berechnen zu können, habe ich in LibreCad 1 einige Skizzen gemacht.

Vorderansicht des Hauses

Rückansicht

Rechte Seitenwand mit Panoramafenster

Linke Wand

Dateien zum Download

Die folgenden Dateien wurden in LibreCad erstellt.

Die Grundkonstruktion

Zunächst habe ich ein stabiles Podest aus Glattkantbrettern gebaut, das an den Ecken und Seiten auf Gehwegplatten aufliegt. Anschließend habe ich mit ungehobelten Dachlatten eine Konstruktion für die Wände gezimmert, an die die Profilbretter geschraubt wurden. Das Podest und die Wände habe ich mit einem Fäulnisschutz gestrichen.

Für den Fall, dass ich das Haus mal abbauen muss, habe ich darauf geachtet, die Wände eigenständig zu belassen und nur an den Ecken miteinander zu verbinden.

Die Fenster habe ich nicht nachträglich reingesägt, sondern gleich auf die Fensterausschnitte angepasst.

Das Dach

Für das Dach habe ich mir einige Anregungen aus dem Dachdeckerwiki geholt.

Mein neuer Nachbar hat an einigen Nachmittag mit angepackt.

Am fünften Tag hatte das Haus ein Dach aus Rauspund.

Das Dach habe ich bisher nur mit einer Lage Dachpappe gedeckt. Kann man sicherlich besser machen, aber mir hat die Zeit gefehlt, das Dach richtig zu verschweißen. Vielleicht hole ich diesen Schritt im Herbst noch nach.

In die Fensterlöcher habe ich Rahmen eingesetzt, auf Gehrung gesägt.

Ein erster Anstrich mit Wetterschutzfarbe und eine Tür.

Das Schloss habe ich für € 10 gekauft und vom Hausmeister noch eine Klinke dazu bekommen. Ich kann nur raten, auf ein Schloss mit Schlüssel zu verzichten, weil das nur zu Streit führt unter den Kindern. Für einen Moment hatte ich die Tür mit einem Überschlag und einer dicken Schraube verschlossen, damit sie nicht vom Wind aufgeschlagen wird. Das Spiel der Kinder drehte sich folglich nur darum, wer im Haus eingesperrt ist und wer die Schraube hat.

Aus einem Kunststoffrohr für € 1,20 und Lochband aus Metall habe ich eine Regenrinne gebaut. Damit habe ich zwar viel Geld gespart, aber auch mindestens eine Stunde gerödelt, um das Rohr längsseits in der Mitte durchzusägen.

Der Grund für den asymetrischen Giebel ist das Hochbett auf der rechten Seite. Dort musste das Dach höher sein. Mein anderer Nachbar hat die Treppe gebaut und das Bett eingezogen. Das Gitter habe ich mit der Oberfräse verziert, die er mir geschenkt hat.

Ein paar Abende habe ich schließlich noch darauf verwendet, die Fenster zu bauen.

Dazu habe ich von den Rauspundresten Nut und Feder abgesägt und die Seiten auf Gehrung geschnitten. Mit der Tischkreissäge habe ich dann eine Vertiefung für die Plexiglasscheiben hineingeschnitten.

Für mehr Stabilität habe ich die Teile des Rahmens einfach verzapft und geleimt. Die Fensterkreuze habe ich schließlich aus Resten vom Rauspund gefertigt und von außen in den Rahmen gespannt.

Abschließend habe ich zusammen mit den beiden Nachbarn, denen ich an dieser Stelle für ihre Hilfe danken möchte, das Haus noch auf eine weitere Lage Gehwegplatten gesetzt, damit sich keine Ratten unter dem Haus einnisten.

Die Japansäge

Neben vielen Erfahrungen, die ich bei dem Projekt gesammelt habe, ist eine besonders erwähnenswert: Mein Nachbar hat mir gleich am Anfang gezeigt, was eine Japansäge ist. Kannte ich bis dahin gar nicht und hatte extra noch einen Fuchsschwanz und eine Feinsäge gekauft, falls ich mal nicht mit der Kreissäge arbeiten würde. Am Ende habe ich die Handkreissäge kaum verwendet und alles mit der Japansäge geschnitten. Dadurch war die Arbeit sehr konzentriert und ruhig und ich konnte noch zu Zeiten arbeiten, wo ein Maschinenwerkzeug sicherlich die Nachbarn verärgert hätte.

Kosten

Zum Abschluss will ich auch noch meine Materialkostenabrechnung teilen. Ich habe die eine oder andere Anschaffung gemacht, die nicht in der Rechnung auftaucht. Außerdem habe ich von dem eingekauften Material (Holz, Farbe, Schraube etc.) noch Reste übrig behalten, die ich versucht habe, von den Kosten abzuziehen. Die Aufstellung sollte folglich den ungefähren Kostenaufwand zeigen. Das Haus hat am Ende bummelige € 600,- gekostet.


  1. Das Programm macht eigentlich einen guten Job, allerdings bringt es regelmäßig die Zuordnung der Elemente auf den Ebenen durcheinander. Auf dem Screenshot sollten die Latten bspw. alle lila sein. ↩︎

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