Wie Algorithmen und KI die politische Meinung beeinflussen können.
Im Rahmen der *Woche der Demokratie" an der BBS 1 in Celle erläutere ich in einem Vortrag die Funktion von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz und ihr Zusammenspiel in sozialen Medien. Dabei zeige ich an konkreten Tools, wie Maschinen trainiert, Texte und Bilder generiert werden und wie diese Kombinationen zur politischen Meinungsmache eingesetzt werden können.
Hyperrealistische Medieninhalte lassen sich mit generativer KI schnell, kostenlos und ohne große Barrieren erstellen. Dafür hat sich der Begriff Slop etabliert. Vermeintliche Fotos von Kriegsereignissen und Katastrophen, aber auch entwürdigende Darstellungen von Menschen, vorwiegend von Frauen, fluten soziale Medien und tauchen vereinzelt auch schon im Lokaljournalismus und den öffentlich-rechtlichen Medien auf. Sogar politische Parteien jeder Couleur greifen zu generativer KI, um ihren Botschaften im Netz Ausdruck zu verleihen.
Wie nehmen junge Menschen Politik in sozialen Medien wahr – und wer entscheidet eigentlich, was sie zu sehen bekommen?
Ausgehend von dieser Frage erklärt der Vortrag, wie Empfehlungsalgorithmen wie der von TikTok funktionieren: Sie optimieren nicht auf Wahrheit, sondern auf Aufmerksamkeit und Interaktion.
Anschließend wird verständlich erläutert, was Künstliche Intelligenz technisch ausmacht – von maschinellem Lernen über künstliche neuronale Netze bis zu generativer KI und Diffusionsmodellen, die Text-, Bild-, Video- und Audioinhalte erzeugen.
Ein weiteres Kapitel beleuchtet die versteckten ökologischen und sozialen Kosten von KI-Training und -Betrieb (Energie, Wasser, Rohstoffe, Arbeitsbedingungen). Anhand aktueller Beispiele zeigt der Vortrag, wie generative KI und Verteilungsalgorithmen zusammenwirken: Beide erzeugen eine Feedbackschleife, in der überzeugende Inhalte in beliebiger Menge produziert und automatisch verstärkt werden – unabhängig davon, ob sie stimmen.
Abschließend werden Handlungsmöglichkeiten diskutiert, von Medienkompetenz im Umgang mit Deepfakes und KI-“Slop” bis zu neuen rechtlichen Rahmenbedingungen wie dem EU AI Act und dem Digital Services Act.